Ein Unternehmen investiert in Google Ads, betreibt Suchmaschinenoptimierung und veröffentlicht regelmäßig Inhalte auf verschiedenen Kanälen. Die Marketingmaßnahmen bringen Besucher auf die Website und generieren neue Anfragen.
Trotzdem werden Leads manuell weitergeleitet, Reportings aufwendig zusammengestellt und wiederkehrende Aufgaben zwischen verschiedenen Tools erledigt.
Genau hier kann Marketing Automation ansetzen.
Doch nicht jeder Prozess sollte sofort automatisiert werden. Denn ein automatisierter Ablauf ist nicht automatisch ein besserer Ablauf. Werden ineffiziente Strukturen lediglich digitalisiert, bleiben die eigentlichen Probleme häufig bestehen.
Unternehmen sollten zuerst jene Marketingprozesse automatisieren, die sich häufig wiederholen, klaren Regeln folgen und einen messbaren Einfluss auf die Customer Journey oder den wirtschaftlichen Erfolg haben.
Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele Aufgaben zu automatisieren. Viel wichtiger ist die Frage, welche Automatisierung tatsächlich einen Mehrwert schafft.
Was ist Marketing Automation?
Marketing Automation bezeichnet den Einsatz digitaler Systeme, um wiederkehrende Marketingaufgaben und Kommunikationsprozesse anhand definierter Auslöser, Regeln und Daten automatisch auszuführen.
Dabei kann es sich um einfache Abläufe handeln, beispielsweise die automatische Weiterleitung einer Kontaktanfrage. Aber auch komplexere Prozesse, bei denen verschiedene Marketingkanäle, CRM-Systeme und Reporting-Lösungen miteinander verbunden werden, gehören zur Marketing Automation.
Der grundlegende Ablauf folgt meist einer einfachen Logik:
Auslöser → Bedingung → Aktion
Ein Interessent füllt beispielsweise ein Formular aus. Das System erkennt die neue Anfrage und ordnet sie automatisch dem passenden Ansprechpartner zu.
Bei umfangreicheren Workflows können zusätzliche Informationen berücksichtigt werden, etwa die Marketingquelle, das Interesse an bestimmten Leistungen oder der bisherige Kontaktverlauf.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Automatisierung und künstlicher Intelligenz.
Nicht jeder automatisierte Prozess benötigt KI. Viele Aufgaben lassen sich bereits mit festgelegten Regeln zuverlässig ausführen. KI kann dort ergänzen, wo beispielsweise Inhalte interpretiert, Daten kategorisiert oder Vorschläge erstellt werden sollen.
Marketing Automation ist deshalb in erster Linie eine Frage sinnvoller Prozesse – nicht der eingesetzten Technologie.
Warum sollten Unternehmen ihre Marketingprozesse überhaupt automatisieren?
Im Online Marketing entstehen entlang der gesamten Customer Journey zahlreiche wiederkehrende Aufgaben.
Kampagnen müssen überwacht, Inhalte veröffentlicht, Kontakte verarbeitet und Ergebnisse ausgewertet werden.
Mit zunehmender Anzahl an Kanälen, Kampagnen und Kundenkontakten steigt häufig auch der organisatorische Aufwand.
Dieser Aufwand ist nicht grundsätzlich problematisch. Kritisch wird es dann, wenn wiederkehrende Verwaltungsaufgaben die eigentliche Marketingarbeit zunehmend verdrängen oder wichtige Prozessschritte verzögern.
Marketing Automation kann an dieser Stelle verschiedene Ziele unterstützen:
- Zeit sparen: Wiederkehrende manuelle Tätigkeiten reduzieren.
- Prozesse vereinheitlichen: Gleichartige Vorgänge nach denselben Regeln bearbeiten.
- Datenqualität verbessern: Informationen konsistent zwischen Systemen übertragen.
- Reaktionszeiten verkürzen: Definierte Aktionen unmittelbar nach einem Ereignis auslösen.
- Marketing transparenter machen: Informationen für Analyse und Reporting zuverlässiger bereitstellen.
Welcher dieser Effekte tatsächlich eintritt, hängt allerdings von der Qualität des jeweiligen Prozesses ab.
Ein automatisiertes Reporting kann beispielsweise die Datensammlung beschleunigen. Wenn jedoch die zugrunde liegenden Kennzahlen falsch definiert wurden, führt die Automatisierung nicht automatisch zu besseren Entscheidungen.
Der wirtschaftliche Nutzen entsteht erst dann, wenn Automatisierung eine konkrete Schwachstelle im Marketingprozess verbessert.
Welche Marketingprozesse sollten zuerst automatisiert werden?
Nicht der technisch einfachste oder auffälligste Prozess ist automatisch der sinnvollste Einstieg.
Vielmehr sollten Unternehmen analysieren, an welchen Stellen der Customer Journey regelmäßig Zeit verloren geht, Informationen fehlen oder wichtige Aufgaben nicht zuverlässig ausgeführt werden.
Besonders interessant sind Prozesse, die drei Eigenschaften miteinander verbinden:
Sie kommen regelmäßig vor, lassen sich eindeutig beschreiben und beeinflussen ein relevantes Marketingziel.
Daraus ergeben sich unterschiedliche Prioritäten.
1. Prozesse mit direkten Auswirkungen auf die Customer Journey
Eine Kontaktanfrage stellt einen wichtigen Übergang zwischen Marketing und Vertrieb dar.
Wird ein Lead über eine Landingpage gewonnen, endet an dieser Stelle zunächst die klassische Website-Conversion.
Für den potenziellen Kunden beginnt jedoch der nächste Schritt.
Muss die Anfrage anschließend manuell weitergeleitet werden, kann daraus eine unnötige Verzögerung entstehen.
Eine Automatisierung, die eingehende Anfragen zuverlässig erfasst und dem zuständigen Ansprechpartner zuordnet, kann daher besonders relevant sein.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Zeitersparnis.
Ein automatisierter Prozess kann gerade an den Übergängen zwischen Marketing, Website und Vertrieb seinen größten Nutzen entfalten.
Denn dort entscheidet sich häufig, ob aus einer erfolgreichen Marketinginteraktion ein sinnvoller nächster Schritt entsteht.
2. Prozesse mit hohem manuellem Aufwand
Ein weiterer Ansatzpunkt sind Aufgaben, die besonders häufig wiederholt werden.
Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Datenübertragungen, die Erstellung von Marketingberichten oder organisatorische Abstimmungen.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel:
Ein Unternehmen erhält monatlich 60 Kontaktanfragen. Die manuelle Übertragung einer Anfrage in ein weiteres System benötigt durchschnittlich vier Minuten.
Daraus entstehen rechnerisch 240 Minuten beziehungsweise vier Stunden Arbeit pro Monat.
Wird dieser Schritt automatisiert, kann ein Teil dieses Aufwands entfallen.
Das Beispiel ist fiktiv. Der tatsächliche Nutzen hängt unter anderem von Implementierung, Kontrolle, Fehlerbehandlung und Wartung ab.
Der Blick auf die reine Zeitersparnis reicht deshalb noch nicht aus.
Zusätzlich sollte geprüft werden, ob der Prozess überhaupt benötigt wird und ob sich der Ablauf vor der Automatisierung vereinfachen lässt.
3. Prozesse, die zuverlässige Marketingdaten bereitstellen
Performance Marketing ist auf nachvollziehbare Daten angewiesen.
Wie viele qualifizierte Anfragen erzeugt eine Kampagne? Welche Landingpage erzielt die bessere Conversion Rate? Welche Maßnahmen führen zu wirtschaftlich relevanten Ergebnissen?
Wenn die dafür benötigten Informationen manuell aus verschiedenen Systemen zusammengetragen werden müssen, entstehen zusätzlicher Aufwand und mögliche Fehlerquellen.
Automatisierte Datenflüsse können dabei helfen, relevante Informationen regelmäßig und konsistent bereitzustellen.
Das verbessert nicht automatisch die Performance einer Kampagne.
Es kann jedoch die Grundlage schaffen, um schneller und fundierter zu entscheiden, welche Maßnahmen angepasst werden sollten.
Gerade im Zusammenspiel von SEA, SEO, Conversion-Optimierung und Analytics kann dieser Vorteil besonders relevant sein.
Eine Priorisierungsmatrix für Marketing Automation
Um geeignete Automatisierungspotenziale zu erkennen, sollten Unternehmen ihre Prozesse anhand einheitlicher Kriterien bewerten.
Eine einfache Priorisierungsmatrix hilft dabei, subjektive Einschätzungen durch nachvollziehbare Entscheidungen zu ersetzen.
| Bewertungskriterium | Leitfrage |
| Marketingwirkung | Wie stark beeinflusst der Prozess ein relevantes Unternehmensziel? |
| Häufigkeit | Wie oft wird der Vorgang ausgeführt? |
| Standardisierbarkeit | Lässt sich der Ablauf durch klare Regeln beschreiben? |
| Technische Umsetzbarkeit | Sind die erforderlichen Systeme und Daten verfügbar? |
| Risiko | Welche Folgen hätte eine fehlerhafte automatische Aktion? |
Für die ersten vier Kriterien kann beispielsweise eine Bewertung von 1 bis 5 vergeben werden.
Das Risiko wird separat betrachtet, da ein besonders riskanter Prozess nicht allein durch einen hohen wirtschaftlichen Nutzen automatisch für eine sofortige Umsetzung geeignet ist.
Eine sinnvolle erste Automatisierung verbindet idealerweise eine hohe Marketingwirkung mit geringer technischer Komplexität und überschaubarem Risiko.
Beispiel: Welche Automatisierung hat Vorrang?
Ein Dienstleistungsunternehmen möchte seine Marketingprozesse optimieren und identifiziert drei mögliche Maßnahmen.
| Prozess | Potenzieller Nutzen | Aufwand | Mögliche Priorität |
| Kontaktanfragen automatisch zuordnen | Hoch, da die Leadbearbeitung unterstützt wird | Gering bis mittel | Hoch |
| Monatliches Reporting automatisieren | Mittel bis hoch, je nach bisherigem Zeitaufwand | Mittel | Mittel bis hoch |
| Gesamte Content-Produktion mit KI automatisieren | Stark abhängig von Inhalt und Qualitätssicherung | Mittel bis hoch | Zunächst prüfen |
Die Einordnung ist beispielhaft und keine allgemeingültige Rangfolge.
Der Vergleich zeigt, warum die technisch umfangreichste Lösung nicht automatisch das sinnvollste Projekt ist.
Eine relativ einfache Automatisierung kann bereits einen wichtigen Engpass beseitigen, während ein komplexerer Workflow zunächst zusätzliche organisatorische und technische Voraussetzungen benötigt.
Die beste erste Marketing-Automatisierung ist nicht zwangsläufig die innovativste. Es ist diejenige, deren Nutzen sich klar begründen und überprüfen lässt.
Warum Automatisierung keine schlechte Marketingstrategie repariert
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, Automatisierung mit Optimierung gleichzusetzen.
Beide Begriffe beschreiben jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Optimierung verbessert einen bestehenden Prozess hinsichtlich eines definierten Ziels. Automatisierung reduziert oder ersetzt die manuelle Ausführung einzelner Prozessschritte.
Ein Unternehmen kann beispielsweise eine schwach konvertierende Landingpage besitzen.
Eine automatische Übertragung der dort generierten Leads in ein CRM verbessert die Conversion Rate der Landingpage zunächst nicht.
Wenn das eigentliche Problem in unklaren Leistungsbeschreibungen, einer ungeeigneten Zielgruppenansprache oder einem komplizierten Formular liegt, muss zuerst an diesen Punkten gearbeitet werden.
Das Gleiche gilt für Werbekampagnen.
Eine automatisierte Gebotsstrategie ersetzt keine fundierte Zielgruppenanalyse, kein sinnvolles Conversion-Tracking und keine durchdachte Kampagnenstruktur.
Gerade deshalb sollten Marketingprozesse vor einer Automatisierung analysiert werden.
Bei argutus steht die datenbasierte Optimierung von Marketingmaßnahmen im Mittelpunkt. Dabei werden unter anderem Kampagnenperformance, Nutzerverhalten, Conversion-Prozesse und wirtschaftliche Ziele betrachtet.
Diese Perspektive ist auch für Marketing Automation relevant.
Denn bevor ein Prozess automatisiert wird, sollte klar sein, ob er überhaupt zum gewünschten Ergebnis führt.
Automatisierung entlang der Customer Journey priorisieren
Nicht alle Prozessschritte besitzen denselben Einfluss auf den Unternehmenserfolg.
Deshalb lohnt es sich, Automatisierungspotenziale entlang der gesamten Customer Journey zu betrachten.
| Phase | Marketingziel | Möglicher Automatisierungsansatz |
| Aufmerksamkeit | Relevante Zielgruppen erreichen | Wiederkehrende Kampagnenüberwachung |
| Interesse | Nutzer mit passenden Inhalten ansprechen | Content-Planung und Veröffentlichungsabläufe |
| Conversion | Besucher zu Anfragen oder Käufen führen | Zuverlässige Erfassung von Conversion-Ereignissen |
| Leadbearbeitung | Interessenten gezielt weiterentwickeln | Strukturierte Kontaktübergabe |
| Kundenbindung | Kundenbeziehungen langfristig unterstützen | Anlassbezogene Kommunikationsprozesse |
| Analyse | Marketingmaßnahmen wirtschaftlich bewerten | Automatisierte Datenzusammenführung |
Diese Übersicht dient der strategischen Einordnung.
Sie bedeutet nicht, dass Unternehmen sämtliche Phasen automatisieren müssen.
Vielmehr sollte geprüft werden, an welchen Übergängen heute die größten Probleme entstehen.
Ein Unternehmen mit vielen Websitebesuchern, aber wenigen Anfragen sollte möglicherweise zunächst seine Conversion-Optimierung verbessern.
Ein anderes Unternehmen generiert bereits zahlreiche qualifizierte Leads, verliert jedoch Zeit bei deren Weiterbearbeitung.
Hier kann die Automatisierung eines nachgelagerten Prozesses wesentlich sinnvoller sein.
Die Priorität ergibt sich deshalb aus dem tatsächlichen Engpass in der Customer Journey – nicht aus einer allgemeinen Liste verfügbarer Automatisierungsmöglichkeiten.
Wie lässt sich der Erfolg von Marketing Automation messen?
Ob eine Automatisierung erfolgreich ist, lässt sich nicht allein daran erkennen, dass ein Workflow technisch funktioniert.
Entscheidend ist, ob sich die zuvor festgelegten Ziele verbessern.
Dazu sollten Unternehmen bereits vor der Umsetzung geeignete Kennzahlen definieren.
Je nach Prozess können unterschiedliche Messgrößen relevant sein.
Zeitaufwand: Wie viel manuelle Arbeitszeit benötigt der Prozess vor und nach der Automatisierung?
Bearbeitungsdauer: Wie lange dauert es, bis ein definierter nächster Schritt ausgeführt wird?
Fehlerquote: Wie häufig treten fehlende, doppelte oder falsch übertragene Informationen auf?
Leadbearbeitung: Welcher Anteil der eingehenden Anfragen wird innerhalb des vorgesehenen Zeitraums bearbeitet?
Datenverfügbarkeit: Wie zuverlässig stehen die für Marketingentscheidungen benötigten Informationen bereit?
Conversion- und Ergebniskennzahlen: Verändert sich die Leistung der betroffenen Funnel-Stufen?
Dabei muss zwischen technischen und wirtschaftlichen Kennzahlen unterschieden werden.
Eine Automatisierung kann beispielsweise die Bearbeitungszeit zuverlässig verkürzen. Ob dadurch zusätzlich mehr Kunden gewonnen werden, muss gesondert untersucht werden.
Auch andere Veränderungen, etwa neue Kampagnen oder saisonale Effekte, können die Ergebnisse beeinflussen.
Ein funktionierender Workflow ist ein technischer Erfolg. Ein wirtschaftlich erfolgreicher Workflow muss zusätzlich einen messbaren Beitrag zum definierten Unternehmensziel leisten.
Wann lohnt sich Marketing Automation wirtschaftlich?
Die Wirtschaftlichkeit einer Automatisierung hängt vom erwarteten Nutzen und den gesamten Kosten ab.
Neben dem unmittelbaren Einrichtungsaufwand sollten auch Softwarekosten, Wartung, Fehlerkontrolle und mögliche Anpassungen berücksichtigt werden.
Für eine erste Abschätzung lässt sich beispielsweise berechnen, wie viel manueller Aufwand durch einen Workflow vermieden werden kann.
Eine einfache Betrachtung lautet:
Netto-Zeitersparnis = bisheriger manueller Zeitaufwand − verbleibender manueller Zeitaufwand einschließlich Kontrolle
Diese Zeitersparnis kann anschließend den laufenden Kosten und dem einmaligen Implementierungsaufwand gegenübergestellt werden.
Allerdings ist eingesparte Zeit nicht automatisch eingespartes Geld.
Der wirtschaftliche Nutzen hängt auch davon ab, ob die frei gewordenen Kapazitäten tatsächlich für wertschöpfende Tätigkeiten genutzt werden können.
Darüber hinaus können weitere Vorteile relevant sein, beispielsweise eine zuverlässigere Leadbearbeitung oder bessere Datenqualität.
Eine sinnvolle Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sollte diese Effekte jedoch nicht pauschal in zusätzlichen Umsatz umrechnen, solange dafür keine belastbaren eigenen Daten vorliegen.
Welche Marketingprozesse sollte man besser nicht vollständig automatisieren?
Nicht jede Aufgabe eignet sich für eine vollständig automatische Ausführung.
Besonders vorsichtig sollten Unternehmen bei Tätigkeiten sein, die ein hohes Maß an strategischem Urteil, fachlicher Verantwortung oder persönlicher Kommunikation erfordern.
Dazu gehören beispielsweise:
- die Entwicklung einer langfristigen Marketingstrategie,
- die abschließende Bewertung fachlich anspruchsvoller Inhalte,
- sensible Kundenkommunikation,
- Entscheidungen über größere Budgetverschiebungen ohne ausreichende Datengrundlage,
- komplexe Beratungs- und Verhandlungssituationen.
Auch bei der automatisierten Kommunikation müssen datenschutzrechtliche und werberechtliche Voraussetzungen eingehalten werden.
Sinnvoller als eine vollständige Automatisierung kann deshalb ein teilautomatisierter Prozess sein.
Ein System bereitet beispielsweise Daten auf, erkennt Auffälligkeiten und erstellt einen Vorschlag. Die abschließende Entscheidung trifft weiterhin ein verantwortlicher Mitarbeiter.
Der entscheidende Unterschied liegt darin, Routineaufgaben zu automatisieren und menschliches Fachwissen dort einzusetzen, wo Interpretation und Verantwortung erforderlich sind.
Marketing Automation in fünf Schritten sinnvoll vorbereiten
Unternehmen müssen nicht ihre gesamte Marketinglandschaft gleichzeitig verändern.
Eine schrittweise Vorgehensweise ermöglicht es, Erfahrungen zu sammeln und Risiken zu begrenzen.
Schritt 1: Marketingziele definieren
Welche Ergebnisse sollen verbessert werden?
Geht es um geringeren manuellen Aufwand, schnellere Leadbearbeitung, zuverlässigeres Reporting oder bessere Kampagnensteuerung?
Ohne ein klares Ziel lässt sich der spätere Erfolg nicht sinnvoll beurteilen.
Schritt 2: Bestehende Prozesse analysieren
Welche Aufgaben werden heute manuell ausgeführt?
Wo entstehen Wartezeiten, doppelte Arbeitsschritte oder fehlende Informationen?
Besonders relevant sind Übergänge zwischen verschiedenen Systemen und Verantwortungsbereichen.
Schritt 3: Potenziale priorisieren
Mithilfe einer Priorisierungsmatrix werden mögliche Automatisierungen hinsichtlich Marketingwirkung, Häufigkeit, Aufwand und Risiko bewertet.
Für den Einstieg sollte ein klar abgegrenzter, gut standardisierbarer Prozess gewählt werden.
Schritt 4: Eine erste Automatisierung testen
Der ausgewählte Workflow wird zunächst in einem kontrollierten Rahmen umgesetzt.
Dabei sollte geprüft werden, ob die Daten korrekt verarbeitet werden, Sonderfälle berücksichtigt sind und der Prozess wie vorgesehen funktioniert.
Schritt 5: Ergebnisse messen und weiterentwickeln
Erst nach einer geeigneten Beobachtungsphase wird bewertet, ob die Automatisierung den erwarteten Nutzen erzielt.
Auf dieser Grundlage können weitere Prozesse ausgewählt und miteinander verbunden werden.
So entsteht Marketing Automation schrittweise aus realen Anforderungen und messbaren Ergebnissen.
Häufige Fragen zur Priorisierung von Marketing Automation
Welche Marketingprozesse sollte ein Unternehmen zuerst automatisieren?
Zuerst eignen sich häufig wiederkehrende Prozesse mit klaren Regeln, einem relevanten Nutzen und geringem Fehlerrisiko. Typische Kandidaten sind die Erfassung eingehender Anfragen, interne Benachrichtigungen oder regelmäßige Datenübertragungen. Die konkrete Priorität sollte jedoch aus dem größten Engpass des Unternehmens abgeleitet werden.
Ist Marketing Automation auch für kleine Unternehmen sinnvoll?
Ja. Auch kleinere Unternehmen können einzelne Marketingprozesse automatisieren. Entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße, sondern ob der Prozess ausreichend häufig vorkommt und einen messbaren organisatorischen oder wirtschaftlichen Nutzen bietet.
Was ist der Unterschied zwischen Marketing Automation und Marketingoptimierung?
Marketingoptimierung verbessert die Wirksamkeit einer Marketingmaßnahme oder eines Prozesses. Marketing Automation führt definierte Arbeitsschritte automatisch aus. Beide Ansätze ergänzen sich, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Braucht Marketing Automation immer künstliche Intelligenz?
Nein. Viele Marketingprozesse lassen sich mit einfachen Regeln und vorhandenen Schnittstellen automatisieren. KI kann bei Aufgaben unterstützen, die beispielsweise die Verarbeitung unstrukturierter Informationen erfordern, ist aber keine grundsätzliche Voraussetzung.
Wie erkennt man, ob sich eine Automatisierung gelohnt hat?
Dafür sollten vor der Umsetzung konkrete Ziele und Kennzahlen festgelegt werden. Neben Zeitaufwand und Fehlerquoten können beispielsweise Bearbeitungszeiten, Datenqualität oder Funnel-Kennzahlen relevant sein. Die technischen Ergebnisse müssen dabei von möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen unterschieden werden.
Fazit: Erst analysieren, dann automatisieren
Marketing Automation bietet Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, ihre Marketingprozesse effizienter zu gestalten.
Der größte Nutzen entsteht jedoch nicht durch den Einsatz möglichst vieler Tools oder die vollständige Automatisierung aller Aufgaben.
Entscheidend ist, die richtigen Prozesse auszuwählen.
Unternehmen sollten deshalb zunächst analysieren, welche Aufgaben regelmäßig anfallen, wo Engpässe entstehen und welche Prozesse einen direkten Einfluss auf die Customer Journey oder die Marketingperformance besitzen.
Anschließend lassen sich Automatisierungspotenziale anhand klarer Kriterien bewerten und priorisieren.
Eine erfolgreiche Marketing-Automation-Strategie beginnt nicht mit der Frage, was technisch automatisierbar ist. Sie beginnt mit der Frage, welcher Prozess tatsächlich verbessert werden muss.
Wer Marketingstrategie, Datenanalyse und Automatisierung aufeinander abstimmt, schafft eine belastbare Grundlage für effizientere Abläufe und fundiertere Entscheidungen.
Damit wird Automatisierung nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem sinnvollen Bestandteil der gesamten Marketingstrategie.
Ist klar, welche Marketingprozesse verbessert werden sollen, beginnt die nächste Aufgabe: Wie lassen sich die ausgewählten Abläufe technisch umsetzen und sinnvoll mit bestehenden Systemen verbinden?
Dafür sind unter anderem geeignete Schnittstellen, eindeutige Auslöser, zuverlässige Datenflüsse und klare Verantwortlichkeiten erforderlich.
Während argutus Marketingmaßnahmen strategisch analysiert und anhand relevanter Performance-Kennzahlen optimiert, beschäftigt sich die TMDD GmbH mit der technischen Umsetzung und Automatisierung digitaler Geschäfts- und Marketingprozesse.
Wie Unternehmen mit konkreten, überschaubaren Workflows in die Automatisierung einsteigen können, zeigt der weiterführende TMDD-Fachbeitrag:
„Marketing-Automatisierung für KMU: 7 Prozesse, die Unternehmen sofort automatisieren können“
Dort erfahren Sie anhand praktischer Beispiele, wie sich unter anderem Lead-Erfassung, Terminmanagement, E-Mail-Kommunikation, Content-Prozesse und Marketing-Reporting automatisieren lassen.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.